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Martin Tingvall (mehr)
Distance (Audiophile LP 180g)

Artikelnummer: SKL 9147
Label: Skip Records (mehr)
Lieferstatus: verfügbar

Klang 1  Pressung 1-2

20,00 € (Preis inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Aufnahmen vom 3. bis 4. Januar 2015 im Nilento Studio in Schweden.

„Martin Tingvall ist der Edvard Grieg des Jazz“ - diese treffende Beschreibung stammt von Udo Lindenberg. Und wer sich jetzt vielleicht fragt, was nun gerade Herrn Lindenberg für eine solche Aussage qualifiziert, dem sei gesagt, dass der Panikrocker schon auf mehreren Alben und Tourneen von Tingvall begleitet wurde, ja, dass der schwedische Pianist sogar einige Songs für Lindenberg geschrieben hat. Immer, wenn er nicht gerade mit seinem international gefeierten Jazztrio unterwegs ist, oder die Musik für deutsche Filmproduktionen wie etwa den „Tatort“ komponiert.
Kurz: Tingvall ist um einiges vielseitiger, als es das schlichte Prädikat „Jazzpianist“ vermuten lässt. Das hat er zuletzt mit seinem 2012 erschienen Solo-Piano-Debüt „En Ny Dag“ bewiesen, zu dem jetzt der Nachfolger, „Distance“, erscheint. „Distance“ führt die idiosynkratische Stilsprache von „En Ny Dag“ weiter fort, vervollkommnet sie, und spielt auf einem Level mit den Möglichkeiten des modernen Solo-Pianos, wie man sie nicht vermuten würde bei einem Mann, der lange Jahre seiner Karriere alle Solo-Gigs aus Angst vor eigenen Unzulänglichkeiten verweigerte.
Wenn der Opener, „An Idea Of Distance“ anhebt, kann man Udo Lindenbergs Assoziation mit Edvard Grieg sofort nachvollziehen; im Lauf des Albums drängen sich noch andere Kollegen auf: An Debussy kann man da mitunter denken, oder an Robert Schumann, oder auch an den Minimal-Music-Altmeister Philipp Glass. Aber Tingvall wäre nicht Tingvall, wenn nicht auch Keith Jarrett oder Herbie Hancock ihre Spuren in seinem Spiel hinterlassen hätten.
„Distance“ beeindruckt vor allem durch Tingvalls ökonomisches Spiel, durch seinen Mut zur Zurückhaltung. Wer die Platten seines Trios kennt, der weiß, dass der Mann, der ein Jazzpiano-Diplom der Musikhochschule Malmö sein eigen nennt, durchaus virtuose und technisch rasante Feuerwerke auf der Tastatur abzubrennen vermag. Aber auf „Distance“ erscheint Virtuosität nur dort, wo sie kompositorisch und strukturell notwenig wird. So sind beispielsweise die sanften Grooves und komplexen Ausbrüche von „Folkways“ und „The Hunt“ sicherlich alles andere als leicht zu spielen, aber es ist nicht die spielerische Schwierigkeit, die den Zuhörer hier in Bann schlägt, sondern die packende Dramaturgie.
Und am besten ist Tingvall ohnehin, wenn er wie beispielsweise im zweiten Track, „The Journey“, aus einem simplen, leisen Ostinato eine schlichte Melodie herausdestilliert, und mit schlanker Präzision und aphoristischer Kürze seine musikalischen Gedanken auf den Punkt bringt. Und wenn dann im letzten Track, „From A Distance“, plötzlich die Klangwelt des Steinway Flügels mit Celesta und Fender Rhodes aufgebrochen wird, dann packt einen das sanfte Pianissimo in seiner Schlichtheit innerlich mit der Wucht eines Symphonie-Orchesters. Hut ab, Herr Tingvall.

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