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Roland Van Campenhout (mehr)
Dah blues iz-a comming ... (Audiophile LP 180 g, handsigniert)

Artikelnummer: No 188sig
Label: Meyer Records (mehr)
Lieferstatus: Lieferzeit unbestimmt

Klang 1  Pressung 1

29,00 € (Preis inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Handsignierte Exemplare

Roland Van Campenhout - Acoustic Bourgeois guitar, Tri-Cone-Slide-Guitar, harmonica, raagini & vocals
Pascale Michiels - da ruan, zhongruan, chnese bamboo flute, vocals
Steven De Bryn - harmonicas, vocals

Aufnahmen am 26. März 2012 im Theater Der Keller in Köln durch Reinhard Kobialka, Topaz Audio Studios.
Metal Mastering durch Günter Pauler bei Pauler Acoustics, Northeim
Design & Photos von MEYER ORIGINALS.
Produziert von Roland Van Campenhout und Werner Meyer für Meyer Records.

So tief und ausdruckstark wie die Furchen in dem von Labelchef Werner Meyer höchstpersönlich geschossenem Portraitfoto, dass das Cover unseres Highlights ziert, ist auch die Musik. Die Rede ist von der aktuellen Live-LP der belgischen Blues-Legende Roland Van Campenhout, die im kleinem, legendären THEATER DER KELLER aufgenommen wurde. Dass Van Campenhout Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre in der Band von Rory Gallagher spielte und auch zusammen mit Tim Hardin arbeitete, ist erwähnenswert, aber nicht wichtig. Van Campenhout muss sich und der Welt nichts mehr beweisen. Er hat seine Brötchen schon lange gebacken. Umso wichtiger aber ist, dass wir dabei sein dürfen und sofort spüren, wie der Künstler auf der Konzertbühne seine Seele öffnet. Dass dies so gut gehört und mitgefühlt werden kann, liegt auch an der Top-Aufnahme, für die Reinhard Kobialka verantwortlich zeichnet.
Mystisch, archaisch schleicht sich mit meditativen Flötenklängen meisterlich gespielt von Pascale Michiels, indischem Raagini und Van Campenhouts Akustik-Gitarrenspiel „Black Girl“ dem Zuhörer ins Ohr. Die Tragödie dieses Songs kann hier beklemmend nachgespürt werden. Es ist eine der besten Cover-Versionen dieses Titels, die man auf LP finden kann. Mit „Going Down Slow“ verneigt sich der Meister vor der Geschichte des Blues, die er auch mitschrieb. Sensibel-brüchig singt er sich die Melancholie von der Seele. „The Truth“, eine wunderschöne Eigenkomposition, erzählt von den Weiten der Herzenslandschaften. Das Mundharmonika-Solo von Steven De Bryn muss an diesem Konzertabend noch lange in die Kölner Nacht hinein geklungen haben.
Die B-Seite der Langspielplatte beginnt energetisch mit dem Leadbelly-Klassiker „Theres A Man Goin Round Takin Names“. Gitarre und Harp verschmelzen hier zu einem gußeisernen Rhythmus-Hammer, der seinesgleichen sucht. „Eyesight To The Blind“ kommt direkt von den staubigen, verlassenen Straßen der amerikanischen Südstaaten. Der Song steht so im Raum, dass man - wenn man die Augen schließt - den Komponisten Sonny Boy Williamson vor den Stereo-Boxen tanzen sehen kann. Nur 2:28 Minuten lang, aber umso nachhaltiger ist das lyrische Instrumental „Blue Azul“, das Van Campenhout mit sehr viel Sehnsucht geschrieben haben muss. Dieses Lied allein ist schon die gesamte Platte wert! Mit Van Campenhouts „Kosher Kama Sutra“ schließt das im wahrsten Sinne runde Werk. Die Tri-Cone-Slide-Guitar tanzt einen aberwitzigen Tanz eng umschlungen mit der Mundharmonika, während der Gesang den Zuhörern mit den Worten „Let It Shine, Let It Shine All Night Long...“ einen gern zu erfüllenden Wunsch mitgibt.

Diese Blues-Session wurde von Reinhard Kobialka perfekt aufgenommen und von keinem geringeren als Günter Pauler in brillianter Qualität gemastert und auf LP gebracht. Nur ganz ganz selten gelingt eine Live-Aufnahme derart transparent, dynamisch und bleibt dabei doch hochmusikalisch, so dass man diese Live-Session auch daheim perfekt geniesen kann. Klanglich und musikalisch Blues auf allerhöchstem Niveau!


Belgiens bluesigster Export Roland Van Campenhout

(...) In den Siebzigern tourte der Barde mit dem langen grauen Bart mit Rory Gallagher rund um den Erdball. Das wird keine ruhige Zeit gewesen sein. Der Mittsechziger wirkt schon leicht ver- wittert. Das ist fr den echten und originalen Bluesmusiker wohl Arbeitskleidung - wie die rauchig, raue Stimme sein Instrument ist. ... ruppig scheppern die angeschlagenen und angerissen Stahlsaiten seiner Akustikgitarre. Aber er macht in diesem Theaterkonzert, das auch fr ein Album aufgezeichnet wurde, 80 Prozent Sound auf der Bhne - begleitet von Bluesharp und bas- sigem Urinstrument. Mit Steven De bruyn hat sich Campenhout einen Bluesmann der neuen Generation ins Boot geholt. ... Die Mundharmonika wchst sich in der virtuosen Behandlung De bruyns zu einem emotional schonungslos preisgebenden Gesprchspartner aus. ... Dazu zupfte Pascale Michiels auf groben klangarmen Viersaitern, in China gekauft. Es war also ein sehr puristischer Abend ganz nah bei den Knstlern, eine durch Bluesharp geschnte Einmann-Show der Legende Campenhout.
Olaf Weiden, Klnische Rundschau
In Belgien ist der legendre Bluesmann einfach unter seinem Vornamen Roland bekannt. Geboren wurde er 1945 in Flandern, das Gitarrespielen hat er sich selbst beigebracht. Seit 1967 macht er Platten, seit Ende der 60er Jahre hauptschlich als Blues- gitarrist. Eine knappe Biografie gibt es auf Wikipedia, eine aus- fhrliche auf seiner Seite leider nur in flmisch. Das hier vorlie- gende Album ist ein Konzertmitschnitt eines seiner raren Deutschlandkonzerte, aufgezeichnet in Kln im Frhjahr 2012.

Es gibt Weisheiten, die mögen zwar abgedroschen klingen, wahr bleiben sie trotzdem. Zum Beispiel diese hier über den Blues: Den hat man, oder man hat ihn nicht. Da kann man üben, üben, üben und kommt trotzdem nie ans Ziel. Denn Virtuosität hilft rein gar nichts, wenn die Persönlichkeit fehlt. Wohl kaum ein Musikstil (abgesehen von Punk vielleicht) ist derart angewiesen auf denjenigen, der ihn zum Klingen bringt. Wenn du den Blues also nicht fühlst dann vergiss es! Natürlich gibt es auch einen handwerklichen Aspekt. Der erledigt sich on the road aber meist von selbst. Die für den Blues nötige Technik eignet man sich an wie Sprechen, Laufen oder Atmen.
So viel also als kleines Vorwort zu diesem Info-Schreiben, in dem es um Roland Van Campenhout und sein neues Album geht, eine grandiose Live-Aufnahme aus dem Kölner Theater der Keller. Denn eins ist klar: Man muss den Typen nicht kennen, nicht wissen woher er kommt oder mit wenn er schon zusammengespielt hat, wie er aussieht, ob es sich um eine Legende handelt oder um ein unbeschriebenes Blatt was man sofort hört ist, dass er den Blues hat. Und zwar so was von!
Ein Blick auf das Album-Cover macht das Bild dann aber doch perfekt: Eine solche Visage hat nur jemand, der Jahrzehnte lang ein Leben abseits der Konventionen gelebt hat: ein Berber, ein Tramp, ein fahrender Musikant. Und genau so einer ist Roland Van Campenhout. Schon seit 1967 veröffentlicht der Belgier Platten und tourt um die Welt, zunächst mit dem Folk-Duo Miek & Roel, ab Ende der 60er dann als Blues-Gitarrist, u.a. für Rory Gallagher, Tim Hardin, Leo Kottke und Ian Anderson. Aber auch solo feiert er große Erfolge. Sein 2008 erschienenes Album "Never Enough"erreichte zuletzt gar Platz 2 der flämischen Charts. Also doch eine Legende. Eine, bei der es hierzulande aber noch Entdeckungspotential gibt.
"The blues iz a - coming" ist eine meisterhafte Demonstration von Souveränität und Spielfreude: Roland (in seiner Heimat wird der Nachname weggelassen) präsentiert den Blues einerseits roh und unbehauen, bettet ihn zugleich ein in einen Kontext, der auf eine enorme musikalische Weitsicht schließen lässt. Sein Gitarrenspiel wirkt meditativ, sein Timbre changiert zwischen versoffen und einschmeichelnd. Dabei umweht den Mann mit dem Zauselbart bisweilen sogar etwas Schamanenhaftes. Dazu passt die instrumentale Flankierung: Die Multiinstrumentalistin Pascale Michiels sorgt mit asiatischen Tieftönern und Bambusflöten für den mystischen Touch, Bluesharp Virtuose Steven de bryn hat auf Rolands seelenvolle Phrasen immer die passenden, messerscharfen Antworten parat.

Roland zeigt mit den acht Stücken des Albums, dass er es versteht, Eigenkompositionen, Coversongs und neuarrangierte Traditionals zu einem ebenso ergreifenden wie kurzweiligen Set zusammenfließen zu lassen. Trotz des minimalistischen Setups entsteht eine dichte, knisternde Atmosphäre. Als Hörer wünscht man sich sehnlich, man wäre doch auch im Publikum gesessen. Etwas Besseres kann eine Live-Aufnahme nicht bewirken. Dann schließt man die Augen und ist auf einmal mittendrin...


Titel:

01. BLACK GIRL 6:46
02. GOING DOWN SLOW 7:51
03. THE TRUTH 5:48
04. THERE'S A MAN GOIN' 'ROUND TAKIN' NAMES 3:26 05. EYESIGHT TO THE BLIND 5:11
06. OFFICER KISS ME PLEASE (Second Night in NYC) 3:28 07. BLUE AZUL 2:28
08. KOSHER KAMA SUTRA 5:13

LP Hülle:

LP Option:



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